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Arisierung in Nürnberg und Fürth

Auch Quelle-Gründer Gustav Schickedanz profitierte vom Leid der jüdischen Mitbürger

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchten wir, die Klasse 11 Ta, am 23.01.2013 gemeinsam mit Frau Ködel das Dokumentationszentrum in Nürnberg. Nach der Besprechung der NS-Diktatur im Unterricht ging es zum Abschluss in die Ausstellung „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt. Arisierung in Nürnberg und Fürth“.

Armin Glass, ein Mitglied des Vereins „Geschichte für alle“, hat uns dort erzählt, dass für die Ausstellung insgesamt um die 17 Kilometer Aktenmaterial bearbeitet wurde. Die „Arisierung“, mit der Juden im nationalsozialistischen Deutschland aus dem Wirtschaftsleben verdrängt wurden, bedeutete für die Betroffenen den Verlust aller Güter und Besitztümer.
Reichlich überrascht waren wir von der Erkenntnis, wie viele Gebäude vormals in jüdischem Besitz waren und wie prominent einige dieser Gebäude noch immer sind. So zum Beispiel die Komödie Fürth oder auch etliche Schulhäuser in Nürnberg und Fürth.

Armin Glass mit Schülern der 11 Ta

An der Arisierung beteiligt war v.a. Julius Streicher. Er war Gauleiter Mittelfrankens und bei der Arisierung in Nürnberg und Fürth ein besonders skrupelloser Erfüllungsgehilfe Hitlers. Er war es auch, der das Hetzblatt „Der Stürmer“ gegründet und herausgegeben hat. Ab 1933 kam es zu den ersten Boykottmaßnahmen der Nazis, bei denen Geschäfte der jüdischen Bevölkerung mit der Parole „Kauft nicht bei Juden!“  beschmiert wurden. Kunden, die weiterhin in diesen Geschäften einkaufen wollten, wurden fotografiert und namentlich in der Zeitung veröffentlicht. Diese Volksverhetzung  war auch ein Schritt auf dem Weg zur Pogromnacht 1938, in der in Nürnberg und Fürth etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben sowie Geschäfte, Wohnungen, Synagogen und Friedhöfe zerstört wurden. Und natürlich gab es viele Gewinner, die Profit aus den Ausschreitungen und Zwangsmaßnahmen gegen die Juden geschlagen haben. Einer von ihnen war der Quelle-Gründer Gustav Schickedanz. Bisher war die Verwicklung von Schickedanz in die Arisierung nicht belegbar. Die im Vorfeld der Ausstellung unternommenen umfangreichen Recherchen brachten es jedoch ans Licht, dass Schickedanz mehrere Geschäfte übernommen hatte, deren Besitzer infolge der Arisierung und der Pogromnacht enteignet wurden. Auch die Firma „Tempo“ kam so in seinen Besitz.
Bereits kurz nach Hitlers „Machtergreifung“ wanderten zunächst 1476 Juden aus Nürnberg und Fürth aus, weitere 830 folgten bis 1935. Das Vermögen und alles Hab und Gut der Juden wurde aufgelistet und versteigert. Die Betroffenen mussten sich ca. 2000 Gesetzen beugen, die von Nazi-Deutschland erlassen wurden und die letztlich die Vernichtung der Menschen jüdischen Glaubens bedeuteten.
Die Ausstellung hat uns über das Schicksal der Juden in der Region nachdenken lassen. Es hat uns berührt, wie viele Existenzen binnen weniger Jahre vernichtet wurden. Und es hat uns regelrecht schockiert, wie selbstverständlich und gewissenlos viele Deutsche von den Arisierungen profitiert haben.