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Wissenschaftliches Arbeiten als Schulfach? - Das Seminarfach

 

Keine verlängerten Sommerferien...

Zukünftige 13.-Klässler haben an der FOS und BOS nach ihrer Abschlussprüfung für das Fachabitur keine verlängerten Sommerferien. Für diese Schüler, die eine fachgebundene bzw. allgemeine Hochschulreife anstreben, geht der Schulalltag nach der Prüfung weiter, denn sie werden beim Übergang von der 12. in die 13. Jahrgangsstufe in der so genannten Seminarphase mit Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut gemacht und müssen ein Thema für ihre Seminararbeit entwickeln, die in der 13. Klasse ausgearbeitet wird:

Die Ergebnisse der intensiven methodischen Recherche werden in einer etwa 15-seitigen Arbeit nach wissenschaftlichen Regeln zusammengefasst (Seminararbeit) und danach in einem 15-minütigen Referat (Abschlusspräsentation) Mitschülern und Lehrkräften vorgestellt. Begleitet wird die Ausarbeitung in der 13. Klasse im so genannten Seminarfach. Eine Schülergruppe, die sich für ein bestimmtes Rahmenthema entscheiden hat, wird jeweils von zwei Lehrkräften meist aus unterschiedlichen Fachbereichen betreut: In der Seminargruppe werden der Gegenstand der Arbeit entwickelt, Gliederungen überarbeitet, Schreibproben besprochen oder Präsentationen geübt. Der Seminarunterricht wird mit Veranstaltungen für alle 13.-Klässler (z.B. Vorlesungen, Universitätsbesuche) ergänzt. Außerdem steht eine professionelle rhetorische Schulung in Kloster Banz (siehe eigenen Bericht) auf dem Programm. Zentrale Zielsetzung ist dabei immer, die Schüler auf die Arbeit an der Hochschule und die Erfordernisse wissenschaftlicher Vorgehensweisen vorzubereiten.

Die Themen...

Im Schuljahr 2013/2014 wurden sieben Rahmenthemen von insgesamt 14 Lehrkräften im Team angeboten. Das Spektrum der Themen reichte vom „Trend zur Massenkultur“, über „Kultur als Event“ zu Fragen der „Migration“ im Allgemeinen oder zur speziellen Situation von Migranten in Fürth aus aktueller und historischer Perspektive („Olga, Salomon und James“). „Propaganda - Werbung - Marketing“ beschäftigte sich mit zahlreichen Fragen der Werbung, das Rahmenthema „USA“ nahm geschichtliche und gegenwärtige Fragestellung zu Amerika unter die Lupe und unter dem schlichten Titel „Brot“ fanden sich Themen zur Ernährung sowie Lebensmittelherstellung. Viele der Einzelthemen weisen einen regionalen Bezug auf, so dass die jungen Wissenschaftler eine Recherche vor Ort durchführen oder einen Kontakt zu Fachleuten herstellen können.

Ein Novum...

Das Seminarfach stellt somit ein Novum im Fächerangebot der MGS dar: Es vermittelt nicht primär Sachwissen, sondern Fähigkeiten und Fertigkeiten (Kompetenzen), die für ein Universitätsstudium - unabhängig von der Fachrichtung - von zentraler Bedeutung sind. Der Unterricht erfolgt nicht durch eine Lehrkraft, die Stoff vermittelt, sondern zwei Lehrkräfte bieten durch das Rahmenthema einen ersten inhaltlichen Input und begleiten einen selbständigen sowie längeren - über die Grenzen von zwei Jahrgangsstufen andauernden - Arbeitsprozess des Schülers. Der Unterricht findet des Öfteren außerhalb des Lernorts Schule statt. Die Methoden der Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitstechniken sind vielfältig. Wie sich nach drei Jahren des bayernweiten Schulversuchs und schulinterner Evaluationen zeigt, bereitet gerade diese ungewöhnliche Form manchmal Anpassungsschwierigkeiten. Gewöhnt an die eher passive Rolle des Stoff-Rezipienten, der zu bestimmten Terminen bei Leistungserhebungen (meist) aktiv wird, muss der Schüler nun selbstverantwortlich über einen vergleichsweise langen Zeitraum eine Arbeit - neben dem klassischen Schulbetrieb - planen und durchführen. Auch die Rolle des Lehrers ändert sich. Er ist nun nicht mehr der absolute fachliche Experte im Hinblick auf alle Inhalte des Rahmenthemas, sondern der Fachmann für wissenschaftliche Arbeitstechniken. Im Idealfall ist der Schüler am Ende seines Arbeitsprozesses im Hinblick auf sein Seminarthema der Spezialist, von dem auch der Lehrer noch etwas lernen kann.

Gernot Helmreich