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Freiheit nur im Reich der Träume?

Die Theaterabende 2013

Dass der Rahmen der klassischen Komödie des Aristophanes Die Vögel in dieser aktualisierten Neufassung von Felix Wendler aufgebrochen wird, macht der Kolibri gleich zu Beginn deutlich. Autobahnen, Betonstädte, Waldsterben, Katastrophen: Die tödliche Spur der Menschen ist allgegenwärtig, ihr Herrschaftswahn kennt keine Rücksichten und ihre Dummheiten sind - leider - irreparabel.

Es treten auf zwei Athener, Pisthetairos und Euelpides, die ihren Problemen und denen der Stadt entkommen wollen. Doch was suchen sie?

Freiheit! Pisti: Es ist der Ort, wo keiner dir was vorschreibt, kein Vater, kein Gericht und kein Gesetz! Wo in den Tag du lebst wie`s dir gefällt, die Schulden fehlen, weil Besitz gemeinsam an Hütten, Gärten, Mädchen, Geld und Macht, und nur die Vollversammlung regelt Recht und Ordnung! Und Euli fügt noch kostenloses Essen und Trinken hinzu: eine arbeitslose Versorgung. Der Zuschauer erkennt hier schon, dass diese Vorstellung von Freiheit nicht zu verwirklichen ist. Insbesondere diejenigen unter ihnen, die in den frühen Jahren der Bundesrepublik Schul- und Prüfungsaufsätze zum Thema Freiheit (Grundrechte, Begrenzung durch Ethik, Verantwortung vor Gott und den Menschen) schreiben mussten.

Aber zunächst gelingt es Pisti und Euli, die Vögel zu überzeugen, eine freie Wolkenstadt aufzubauen. Zum Bau der Stadt ertönt „Baut auf! Baut auf!“ Blaue Halstücher werden verteilt: Jugend, Junge Pioniere, Jugendbrigaden, die Jugend als Garant der Zukunft. Aber da wird Pisti zum König gewählt! Der Bau bedeutet harte Arbeit: Kontrollen und Patrouillen! Neugierige Besucher fertigt Pisti ab: Das fehlte noch, dass ihr den Dreh uns abschaut, wie leicht Gutgläubige den Utopien verfallen! Bunte Vogelfedern werden bei den Menschen Mode, also lässt Pisti die Vögel rupfen: Hauptsache: Die Kasse stimmt! Euli wird Polizeiminister, mit Hilfe der Falken geht es den Unbotmäßigen an den Kragen. Die Wolkenstadt entwickelt sich zu einer Diktatur. Menschen und Götter werden zum Wohl der Vögel ausgebeutet.

Die Vögel bereiten den Aufstand gegen Pisti und Euli vor. Zu ihrer Enttäuschung wollen die Götter nicht eingreifen. Die Vögel müssen sich selbst aus ihrem Gefängnis befreien: Feder um Feder, Kralle um Kralle. Lasst uns wieder das sein, was wir immer waren: FREI! FREI! FREI! Und der Aufstand gelingt: Das Spiel ist aus! Stimmt in den Jubel ein: Der Mensch ist fort! Die Luft ist rein!

Das Stück provoziert viele Gedanken zum Begriff Freiheit und seine Aktualität kann man mit jeder Tageszeitung belegen. Die ganze Geschichte erscheint als fortwährender Kampf um Freiheitsrechte. Da kann man schon mutlos werden wie Friedrich Schiller 1802, der angesichts der Revolutionskriege die Freiheit nur im Reich der Träume fand. Doch der Kampf geht immer weiter. Nur ein Zyniker wie Pisti kann von Wolkenkuckucksheim sprechen, was laut Duden Hirngespinst bedeutet.

Regisseur Gernot Helmreich konnte mit dieser Inszenierung ein Jubiläum feiern. Für ihn war es unter Mitarbeit von Anna Lisa Baierl und Florian Zenger die zehnte Aufführung der MGS-Theatergruppe. Recht herzliche Glückwünsche und vielen Dank für die geduldige, aber auch erfolgreiche und überzeugende Arbeit in all den Jahren, wobei die Theatergruppe mit der Teilnahme am Coburger Theatertreffen 2013 der Fach- und Berufsoberschulen über den Rahmen der Schule hinauszuwachsen scheint.

Mit dieser zehnten Inszenierung erlebten die Zuschauer eine in sich geschlossene, kompakte Komödie mit aktuellen Bezügen, in einer anregenden, kurzweiligen Darbietung. Allein 24 Schauspieler auf relativ kleiner Bühne zu führen, bedarf einer exzellenten Choreografie. Der Chor der Vögel – alle schwarz gekleidet, weiße Masken, bunte Kopffedern - bot ein beeindruckendes Bild. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler waren textsicher und ihren Rollen gewachsen. Es wurde überraschend deutlich gesprochen und der Choreinsatz klappte hervorragend. Deshalb möchte ich niemand aus der Gruppe hervorheben, sondern allen eine beachtliche Leistung bescheinigen. So wurden auch alle mit ausgiebigem Beifall belohnt. Beifall auch für Technik, Maske und Bühne. Beifall für eine gelungene Aufführung und eine begeisternde Theatergruppe, die - ich möchte mich gerne wiederholen - eine Bereicherung für das Schulleben darstellt. Weiter so!

Werner Hoß, StD a. D