Schüleraustausch

Internationale Austauschaktivitäten / Erasmus+

„Das war ein absolutes Highlight meiner Schulzeit“ oder „Es war eine tolle Erfahrung, die ich nie wieder vergessen werde.“ Wenn Schüler*innen derartige Sätze von sich geben, dann geht es in der Regel nicht um die Erkenntnisse der letzten Mathematikstunde, eine gelungene Deutschschulaufgabe oder um einen besonders spannenden Text im Englischunterricht.
Nein, solche Sätze fallen immer wieder, wenn Schüler*innen an einem der vielen Austauschprojekte teilnehmen, die von der MGS Fürth durchgeführt werden. Das Ganze begann im Jahr 2004, als die MGS eine Partnerschaft mit einer italienischen und einer rumänischen Schule einging. Heute ist das „Netzwerk“ unserer Partnerschulen größer geworden (aktuell Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn). Die Idee aber ist die gleiche geblieben: Unsere Schüler*innen sollen im Rahmen einer internationalen Projektarbeit aus erster Hand erleben, wie bereichernd Europa sein kann, wenn man sich nur darauf einlässt.
„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“, meinte bereits Goethe (1749-1832) zu wissen. Und weil wir, die Max-Grundig-Schule Fürth, überzeugt sind, dass Goethe in diesem Punkt recht hat, bieten wir unseren Schülern regelmäßig Projektfahrten ins europäische Ausland an. Wer da nicht mitmacht und zu Hause in der Komfortzone bleibt, verpasst etwas. Das hat übrigens schon Aurelius Augustinus (354-430) deutlich vor Goethe erkannt: „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“
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"Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen" Matthias Claudius
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La Vie Parisienne

Vier Wirtschaftler im Sportcamp - Spanien mal anders


Unsere Erwartung an zwei Wochen Spanien: am Strand liegen, braun werden, Cocktails trinken und Siesta. Doch unsere Reise bat uns viel mehr!

Kaum in Elda angekommen, sagten wir ¡adiós! zu den deutschen Gepflogenheiten. Direkt bei unserer Ankunft nahmen uns die spanischen Mitschüler auf das Jahresspektakel Cristianos y Moros mit. Bei dieser Fiesta verkleiden sich die Einwohner als diverse christliche und arabische Gruppierungen, um die Rückeroberung des valencianischen Gebietes durch die Christen zu feiern. Wir spürten direkt, wie sich eine ruhige Kleinstadt in einen lebendigen Festplatz verwandelte.

Am nächsten Tag ging es mit dem Fest weiter, wo wir auch die holländische Gruppe kennenlernten. Man merkte direkt, dass sie von einer hochangesehenen Sportschule kamen. Unsere Erfolgschancen bei den Sportaktivitäten beliefen sich daher gegen null. Doch wie sich in den nächsten Wochen herausstellte, trügt der Schein. So spielten sie, sportlich gesehen, durchaus in einer anderen Liga, allerdings bekamen auch wir die Möglichkeit neue Sachen zu erlernen und unser Können unter Beweis zu stellen. So kristallisierten sich auch unsere theoretisch veranlagten Wirtschaftslehrer Herr Mang und Herr Rümer als absolute Sportasse heraus.

Wir lernten neben klassischen Sportarten wie Beachvolleyball und Völkerball auch traditionelle spanische Sportarten wie Colpbal (aka Fußball mit der Hand) und Pilota Valenciana (aka Squash mit der Hand) kennen. Beim Besteigen eines Berges verließen wir unsere Komfortzone, als wir über dünne Drahtseile und dubiose Leitern kletterten. Des Weiteren unternahmen wir auch ruhigere Aktivitäten wie das Reiten und besuchten einen lebensnotwendigen Kurs zum Thema Rettungsschwimmen. Was wir bis heute noch in unseren Muskeln spüren ist unsere Crossfit Session voller Deadlifts und Burpes. Im Nachhinein was das Klettern unsere Lieblingsaktivität.

In den zwei Wochen Spanien bekam wir auch die Möglichkeit mit Menschen, die ein Handicap haben, in Kontakt zu kommen. Uns wurde gezeigt wie sie alltägliche Aufgaben wie das Bett machen oder abspülen erlernen und trotz körperlichen Einschränkungen an Sportarten wie Boccia, Triathlon, Colpbal und Basketball teilnehmen kann. In der zweiten Woche war das Programm kulturlastiger. Wir besuchten Universitäten in Alicante und Elche (DIE Stadt der Palmen). Ebenfalls besuchten wir die Santa Barbara Burg in Alicante, wo wir einen atemberaubenden Blick über die Stadt hatten. In Alicante verbrachten wir auch viel Zeit am Strand, welchen wir mit starken Sonnenbränden verließen. Durch die vielen verschiedenen Aktivitäten kam uns die spanische Siesta sehr gelegen.

bends probierten wir uns durch die gesamte spanische Küche, in der wir vor allem vom Tinto de Verano und der Paella sehr begeistert waren. Doch auch beim Frühstück enttäuschte uns die Auswahl nicht. So probierten wir zum ersten Mal pan con tomate und churros mit Schokoladensauce.

Alles in allem war Spanien muy bien!

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Das war eine tolle Gruppe
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Gemeisam sind wir stärker
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Entspannung bei der Aussicht - wunderbar

Frankreich? Keine Frage!

Die Frage war einfach, die Antwort kam prompt: „Wer will unsere französische Partnerschule im Elsass kennenlernen und eine Woche lang in einer französischen Familie leben?“. Sieben mutige Mädels aus der Klasse F11Ib der AR Internationale Wirtschaft mussten über die einzig richtige Antwort auf diese Frage nicht lange nachdenken: Oui, bien sûr, on veut bien…

 

Tag 1: Anreise an einem geschichtsträchtigen Datum

Am Sonntag, den 11.11. um kurz nach 11 Uhr trafen sich die sieben MGS-Schülerinnen mit Herrn Mang und Frau Stocker am Bahnhof. Rund sechs Zug-Stunden trafen wir am „Jour de l’Armistice“ (100 Jahre Waffenstillstand 1918) auf neutralem Terrain im schweizerischen Basel auf eine französische Abordnung. Anschließend ging es mit der Straßenbahn nach Saint-Louis, wo wir erstmals auf unsere jeweilige Gastfamilie trafen. Suspense garantie…


Tag 2: Zu Besuch im Straßburger Europa-Viertel

Am Montag 12.11. fuhren wir gemeinsam mit zwei französischen Klassen nach Straßburg, um dort im Europaviertel zunächst den Europarat und anschließend das Europaparlament zu besichtigen. In beiden Institutionen bekamen wir interessante Führungen. Im Parlament konnten wir anschließend mit einer französischen Abgeordneten sprechen, ein interessantes Planspiel machen und schließlich an einer Sitzung teilnehmen. Quelle journée interessante!

Tag 3: Unterrichtsbesuch und Stadtführung Saint-Louis

Wie würde das wohl sein, Unterricht an einer französischen Schule? Ganz ehrlich, so groß waren die Unterschiede nicht: Der Lehrer redet begeistert über langweiligen Stoff und die Schüler versuchen trotz Müdigkeit irgendwie zuzuhören. Spannender war der Nachmittag: Gestärkt durch das überraschend gute Mittagessen in der Schulkantine, bekamen wir eine nette Stadtführung in einer nicht wirklich sehenswerten Stadt. Was aber viel wichtiger war: Frau Stocker entführte uns in ihre Lieblingsbäckerei …mmh, qu’est-ce c’était bon!


Tag 4: Unterrichtsbesuch und soirée ciné-concert

Nach einem langen Schultag und einer im Englischunterricht durchgeführten Debatte über die kulturellen Auswirkungen der Globalisierung, verbrachten wir den Mittwochabend gemeinsam mit den Austauschschülern im Theater, um dort etwas sehr Bizarres zu erleben: Ozma, le monde perdu – eine ungewöhnliche Mischung aus schwarz-weiß-Kinofilm und Live-Konzert. Einheitliche Meinung: c’était…très différent!


Tag 5: Ein Ausflug nach Basel

Am Donnerstag 15.11. verließen wir per Linienbus die EU, um die benachbarte Metropole Basel zu besuchen. Dort haben wir berühmte Sehenswürdigkeiten wie das Baseler Münster und das Rathaus oder den Tinguely-Brunnen gesehen. Nach einer Stadtrallye mit Schülern der „AbiBac“-Klasse haben wir an Nachmittag noch mit einer Führung das renommierte Baseler Kunstmuseum besucht. Une journée assez complète…


Tag 6: Rückreise nach Franken

Bevor wir am Freitag die Heimreise mit dem Zug antraten, stand für uns noch ein wichtiger Termin an: In der Boulangerie Leyes sorgten wir für eine beachtliche Umsatzsteigerung und füllten für die Heimfahrt unseren Vorrat an „Präsidenten“ auf. Die süßen Köstlichkeiten ließen die aufkommende Abschiedswehmut erträglicher werden. A bientôt alors…


Fazit: On ne regrette rien…

Die sieben mutigen Mädels aus der Klasse F11Ib waren rundum zufrieden mit dem Abenteuer und würden auf eine ähnliche Offerte bestimmt wieder antworten: Oui, on veut bien…

In den Hauptrollen (als die sieben mutigen Mädels): Emilie Jädicke; Julia Klöhn; Mona Müller; Laura Schmoll; Sophia Spörl; Meyra Yolcu; Adrijana Radajlovic.

In Nebenrollen (als begleitende Lehrkräfte): Oliver Mang und Gabi Stocker.

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Mit Proviant im Gepäck...
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...geht es ins Europaparlament
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Der Besuch einer Schule

Madrid

¡Adiós Alemania y bienvenido Madrid! , hieß es für uns Teilnehmer*innen des Wahlfachkurses Spanisch der 11. Klassen, als es auf in den warmen Süden ging.

Am Mittwoch, den 19.07.17 startete unsere Reise in Begleitung unseres Spanischlehrer*in Herrn Gärtner und Frau Potyra am Nürnberger Flughafen. Mit einer zweistündigen Verspätung landeten wir dann am Abend in der Hauptstadt Spaniens machten uns sofort auf die Suche nach unserem Appartement. Dort angekommen trieb uns der Hunger auch gleich weiter ins zur nahe gelegenen und für die vorgerückte Stunde noch erstaunlich belebten Plaza Santa Ana, wo wir bei Tapas und „vino blanco“ gemeinsam den ersten Abend ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen ging es nach gemütlichem Frühstücken im Café zum Sitz der Deutschen  Handelskammer für Spanien (AHK), wo wir Einblicke in deren Aufgaben und die deutsch-spanischen Wirtschaftsbeziehungen erhielten.

Nach einer Stadtführung im Centro de Madrid rund um die Plaza Mayor  fuhren wir am Nachmittag mit einer Seilbahn durch den Stadtpark Casa de Campo, von dessen Endstation wir einen atemberaubenden Blick auf die Catedral de Santa María und die gesamte Altstadt werfen konnten.

Am Freitag standen Kunst und Kultur auf unserem Tagesplan. Wir besuchten das Museo Reina Sofía, wo wir unter anderem Gemälde von Picasso zu Gesicht bekamen. Am Abend wurde dieser Tag mit einem Klassik Open-Air des in Spanien sehr bekannten Sängers Santiago Auserón abgerundet.

Der Samstag war vor allem für uns Jungs mit dem Besuch des Bernabéu Stadions das Highlight der Reise. Wir durften dort nicht nur das Spielfeld sowie die Tribünen sehen, sondern auch das Museum über die Geschichte von Real Madrid und sämtliche Backstage Bereiche. Den letzten Abend verbrachten wir gemeinsam mit Musik, Snacks und Drinks in unserem Appartement und genossen die letzten Momente in dieser wundervollen Stadt.

Am letzten Tag schlenderten wir am Vormittag über den bekannten Flohmarkt „El Rastro“, wo noch einige Souvenirs und Geschenke gekauft und über Preise verhandelt wurde, bevor wir dann am Abend mit altbekannter Verspätung zurück nach Nürnberg flogen.

Christoph Stöhr, F12Wc

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Gruppenbild mit Damen vor dem Eingang der Deutschen Außenhandelskammer in Madrid
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Foto vom Palacio Real, aufgenommen vom Balkon der Ópera